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16.05.2014

Diskriminierung von sexueller Vielfalt ist kein Randphänomen

„Es ist unfassbar, dass noch immer lesbische, schwule, bi-, trans- und intersexuelle Menschen in Deutschland tagtäglich Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt sind“, so der AWO-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Stadler anlässlich des heutigen Internationalen Tages gegen Homophobie.

Trotz Streichung des § 175 StGB im Jahre 1994 und damit der Entkriminalisierung von Homosexualität, der Einführung der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft und des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) ist in Deutschland nach wie vor keine breite gesellschaftliche Akzeptanz für sexuelle Vielfalt vorhanden.

Besonders hart trifft dieses Klima der Ablehnung Jugendliche und junge Erwachsene, wie eine Studie der Europäischen Grundrechteagentur zeigt, in der 93.000 junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren nach Diskriminierungserfahrungen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Identität gefragt wurden. 69 Prozent der Jugendlichen gaben an, sich in der Schule oder am Ausbildungsplatz aus Angst vor Belästigung zu verstellen. „Diese Zahlen zeigen, wie wichtig eine sensible und vorurteilsfreie Besprechung von sexueller Vielfalt im Unterricht ist“, unterstreicht Wolfgang Stadler. „Der Staat muss außerdem endlich die umfassende rechtliche Gleichstellung etwa in der Ehe oder im Adoptionsrecht umsetzen. Nur so kann auf lange Sicht eine wirkliche gesellschaftliche Akzeptanz entstehen.“ Würde und Teilhabe in einer Gesellschaft sind nur möglich, wenn Vielfalt und solidarisches Miteinander als Grundwerte akzeptiert und gelebt werden.  

Am 17.05.1990 beschloss die Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) längst Überfälliges und strich Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten. Seitdem wird jährlich am 17.05. der Internationale Tag gegen Homophobie begangen.