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AWO fordert endlich Hilfe für Mittelmeerflüchtlinge

Berlin, 20. April 2015. „Das Sterben im Mittelmeer ist der schreckliche Beweis für das Scheitern der europäischen Flüchtlingspolitik. Die AWO trauert um die vielen ertrunkenen Männer, Frauen und Kinder und fordert endlich konkrete politische Veränderungen. Als Mitmenschen können wir nicht länger zusehen und müssen Hilfe leisten. Seenotrettung muss das oberste Gebot sein und die EU "mare nostrum" sofort reaktivieren  und finanzieren, damit nicht noch mehr Menschen sterben“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler angesichts der fast täglichen Flüchtlingsdramen im Mittelmeer. Es zeige sich immer wieder, dass weder Mauern noch Zäune die Toten verhinderten. „Gefragt ist jetzt eine kurzfristige Lösung“, erklärt Stadler. Die durchaus wichtige Bekämpfung der kriminellen Schlepperstrukturen würde noch Jahrzehnte in Anspruch nehmen und den Menschen aktuell nicht helfen.

Die Zahl der Schutzsuchenden, die nach Europa kommen wollen, wird weiter zunehmen. Kriege und Bürgerkriege, klimatische Veränderungen und damit verbundene Verelendung weiter Bevölkerungsteile sowie gezielte Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen in den Herkunftsländern treiben die betroffenen Männer und Frauen in die lebensgefährliche Flucht nach Europa. 

Den Menschen könne die lebensgefährliche Überfahrt nur erspart werden, wenn die Botschaften und Konsulate aller EU-Staaten sofort Visa zur Einreise von Asylsuchenden für  die Angehörigen  von unstrittigen Verfolgungsländern erteilen, wie z.B: Syrien, Irak, Eritrea und Somalia. Darüber hinaus bedarf es einer kohärenten und menschenrechtsbasierten Außenpolitik mit den Herkunftsländern und Entwicklungszusammenarbeit mit den Transitstaaten. 

Die Globalisierung ist nicht umkehrbar. Die Menschen wissen durch Internet und Fernsehen, wie es in der Welt aussieht. So lange die technischen Mittel zur Weiterwanderung vorhanden und bezahlbar sind, werden immer mehr Menschen ihr individuelles Glück außerhalb ihrer Heimat suchen. Die Geschichte hat gezeigt, dass Gesellschaften, die Einwanderung akzeptieren und gemeinsam gestalten und  den geänderten Realitäten der globalen Welt durch Offenheit  Rechnung tragen, die  erfolgreicheren sind.