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Frühkindliche Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen

AWO Schleswig-Holstein fordert beitragsfreie Kitas im Land

 Kiel. Frühkindliche Bildung ist ein wichtiger Faktor für die Zukunftschancen kommender Generationen. „Ein guter Bildungsabschluss und erfolgreiche Berufsaussichten dienen nicht nur der persönlichen Zufriedenheit des Einzelnen“, sagt AWO-Geschäftsführer Michael Selck, „sondern auch der positiven Entwicklung einer Gesellschaft.“ In diesem Sinne unterstützt die AWO Schleswig-Holstein die Maßnahmen zur Kita-Offensive von Sozialministerin Kristin Alheit, fordert aber bereits kurzfristig die Beitragsfreiheit für schleswig-holsteinische Kitas.

 Nur beitragsfreie Kitas sichern frühkindliche Bildung für alle

„Frühkindliche Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein“, so Selck. Doch derzeit sei genau dies der Fall, und es treffe vor allem die mittlere Einkommensschicht. Auch die Einführung des Kitageldes von 100 Euro ab Januar 2017 werde nun leider wieder nicht den gewünschten Effekt haben. „Wenn eine Kommune nach der anderen nun die Kitagebühren anhebt, um mit dem Kitageld ihre Kosten zu decken, verpufft der positive Effekt für die Eltern.“ Auch wenn die Maßnahmen der Kommunen nachvollziehbar seien, sehe man an dieser Stelle doch, dass unser derzeitiges Finanzierungssystem nicht tragfähig sei. Michael Selck: „Wir müssen die Finanzierung der schleswig-holsteinischen Kitas umgehend auf neue Beine stellen.“ 

Qualitätsbedingungen weiter strukturell verbessern

Abgesehen von der Finanzierung müssen aber auch die qualitativen Rahmenbedingungen für die pädagogische Arbeit weiter verbessert werden. „Wir brauchen eine weitere Erhöhung des Fachkraft-Kind-Schlüssels“, sagt der AWO Geschäftsführer, „und zwar nicht nur in der Nachmittagsbetreuung, wie in der Initiative der Sozialministerin für Anfang August versprochen, sondern generell.“ Verbindliche Freistellungen der Leitungskräfte, Fachberatung sowie Fort- und Weiterbildung für die Mitarbeiter*innen sind weitere wichtige Themen, für die es in Schleswig-Holstein dringend einen Masterplan braucht.