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Keine Abschiebungen nach Afghanistan

AWO Schleswig-Holstein unterstützt politischen Kurs der Landesregierung und fordert bessere Integrationschancen

 

Kiel. Die AWO Schleswig-Holstein steht an der Seite von Afghan*innen, die nach Deutschland geflohen sind. „Afghanistan ist weiterhin kein sicheres Herkunftsland“, sagt AWO-Ge­schäftsführer Michael Selck, „wir verurteilen die gestrige Abschiebung von 25 Menschen nach Kabul, diese Abschiebung ist für die Betroffenen le­bensbedrohlich.“ Die AWO Schleswig-Holstein begrüßt und unterstützt die politische Haltung des schleswig-holsteinischen Innenministers Stefan Studt und der Landesregierung. 

 

Haltung statt Populismus

„Nur mit einer klaren Haltung zu den Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit werden Menschen überzeugt“, so Selck. Der Vorwurf, dass die Unterstützung für einen Abschiebestopp den Erfolg bei der Landtagswahl im Mai gefährde, sei populistisch und ein verzweifelter Versuch, AfD-Wählern zu gefallen.

 

Afghanische Geflüchtete besser integrieren

In Deutschland sind Geflüchtete aus Afghanistan gegenüber anderen Herkunfts­gruppen schlechter gestellt: Die Bearbeitungszeit der Asylanträge dauert über­durchschnittlich lange. Sie haben während dieser Zeit keinen Zugang zu Integrati­onskursen (Sprache und Orientierung) und auch keinen Zugang zu Instrumenten der Arbeitsmarktintegration.

 

„Die Spannungen und der Druck, der auf den Menschen lastet, ist in unseren Ein­richtungen deutlich spürbar“, sagt Michael Treiber, Leiter von AWO Interkulturell. In den von der AWO in Schleswig-Holstein betreuten Unterkünften für erwachsene Asylsu­chende, in den Wohngruppen und in der Inobhutnahme der AWO Jugend- und Fa­milienhilfe Schleswig-Holstein und in den Ehrenamtsinitiativen der Gliede­rungen der Arbeiterwohlfahrt werden derzeit ca. 3.100 Asylsuchende betreut, da­von sind ca. 650 Afghan*innen. Personen aus Syrien, dem lrak oder Iran, aus Erit­rea oder Somalia erhalten deutlich schneller eine auf Integration ausgerichtete För­derung im Be­reich der Sprachlernangebote und Arbeitsmarktintegration. Zudem wird ihr Asyl­verfahren in der Regel schneller bearbeitet und positiv beschieden. „Die Integration der Afghan*innen wird vernachlässigt, was die Motivation der Personengruppe senkt“, so Treiber, „wir fordern von der Landesregierung, die In­tegrationschancen der Menschen aus Afghanistan zu verbessern.“